GIRA Jahrestagung 2017

Call for Papers GIRA-Jahrestagung 2017: "Konflikte in den industriellen Beziehungen"

  • 19./20.10.2017 an der Universität Duisburg-Essen

Eine häufige Diagnose der letzten Jahre lautet: Die Konflikte in den industriellen Beziehungen haben zugenommen, zugleich zeigen sich Veränderungen hinsichtlich der Konfliktformen und der Konfliktbeteiligten.

Zu beobachten sind diese Veränderungen auf mehreren Ebenen. Auf der tariflichen Ebene lässt sich seit Mitte der 2000er Jahre ein deutlicher Wandel bei den Tarifkonflikten und im Arbeitskampfgeschehen feststellen. Hervorzuheben sind bspw. die Verschiebung der Konflikte von der verarbeitenden Industrie zum Dienstleistungssektor, womit zugleich auch andere Beschäftigtengruppen in den Fokus rücken, die stärkere Konzentration auf einzelne Unternehmen sowie der Einsatz flexibler und neuer Arbeitskampfformen. Die Fragmentierung der Tariflandschaft schafft zudem neue Konfliktlinien zwischen Gewerkschaften. Auf der betrieblichen Ebene entstehen durch die Dezentralisierung und Verbetrieblichung neue Konfliktpotenziale zwischen den betrieblichen Akteuren. Zu beobachten sind unter anderem Konflikte über die Einrichtung von Betriebsräten, die Behinderung von Betriebsratsarbeit, gewerkschaftlichem Organizing und „Union Busting“. Jenseits von direkten Konflikten zwischen Kapital und Arbeit entstehen zudem neue Konfliktlinien zwischen einzelnen Beschäftigtengruppen sowie zwischen Belegschaften verschiedener Standorte auf nationaler und internationaler Ebene.

Vor diesem Hintergrund widmet die GIRA ihre nächste Jahrestagung dem Thema „Konflikte in den industriellen Beziehungen“. Teilfragestellungen und mögliche Themenbereiche in diesem Zusammenhang sind z.B.:

  • Was sind die zentralen Konfliktlinien auf betrieblicher und tariflicher Ebene im nationalen und internationalen Kontext? Welche Konfliktpotenziale ergeben sich zwischen einzelnen Beschäftigtengruppen und wie gehen die Akteure der industriellen Beziehungen damit um? Wie lassen sich die Entwicklungen, Ursachen und Verlaufsformen beschreiben?
  • Durch welche Konflikt- und Kooperationskonstellationen zeichnen sich unterschiedliche Wirtschaftssegmente oder „Welten“ der industriellen Beziehungen aus (z.B. verarbeitendes Gewerbe, private Dienstleistungen, Handwerk sowie Klein- und Großbetriebe)?
  • Wie lassen sich betriebliche und Tarifkonflikte im nationalen und internationalen Kontext aus geschlechtssensibler Perspektive analysieren?
  • Welche Rolle spielen Konflikte auf tariflicher und betrieblicher Ebene für die Aktivierung von Beschäftigten und Gewerkschaftsmitgliedern?

Die German Industrial Relations Association (GIRA) lädt dazu ein, Beiträge zu den oben genannten Themenstellungen für die Jahrestagung 2017 einzureichen. Darüber hinaus sind auch Einreichungen zu anderen Fragestellungen der industriellen Beziehungen herzlich willkommen.

Die eingereichten Abstracts (in deutscher oder englischer Sprache) sollen Aufschluss über Fragestellung, methodische Herangehensweise und verwendete Datengrundlagen geben, den theoretischen Bezug des Beitrags erläutern und ihren Neuigkeitswert gegenüber bereits vorliegenden Arbeiten deutlich machen.

Einreichung für die Tagung: Die Vorschläge sollen aus einem Arbeitstitel und einem Abstract von ca. 2-3 Seiten bestehen. Sie müssen bis zum 30.06.17 in elektronischer Form als PDF- oder Word-Datei bei der GIRA-Geschäftsstelle (girasekretariat [at] gmail.com) eingereicht werden. Akzeptierte Abstracts müssen bis zum 30.09.2017 als Full Papers (als PDF- oder Word-Datei) für die Tagung eingereicht werden.

GIRA-Geschäftsstelle
c/o Prof. Dr. Werner Nienhüser
Universität Duisburg-Essen
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für Arbeit, Personal und Organisation
45117 Essen
E-Mail: girasekretariat [at] gmail.com
Webseite: www.giraweb.de