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GIRA-Jahrestagung 2021: Call for Papers

Gespeichert von Sophie Rosenbohm am 16. August 2020 - 10:27

Call for Papers: GIRA-Jahrestagung 2021

„Industrielle Beziehungen in der Krise “
in Frankfurt, 28. und 29. Oktober 2021 (als Präsenztagung geplant, aber in Abhängigkeit von der pandemischen Lage ggfs. als Online-Tagung)

Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen Monaten das gesellschaftliche Leben maßgeblich beeinflusst und sich insbesondere auch auf die Organisation von Arbeit und ihre Regulierung ausgewirkt. Vor diesem Hintergrund widmet die German Industrial Relations Association (GIRA) ihre Jahrestagung 2021 dem Thema ‚Industrielle Beziehungen in der Krise‘. Der Krisenbegriff soll aber nicht auf die aktuelle Corona-Krise verengt werden, daher sind auch Beitrags- und Vortragsangebote willkommen, die weitere Krisenphänomene in den Blick nehmen: Branchenkrisen im Kontext der digitalen und sozial-ökologischen Transformation (z.B. in der Automobilzulieferindustrie, Stahlindustrie), regionale Krisenphänomene (z.B. in den Braunkohleabbaugebieten) oder Unternehmenskrisen (z.B. die des letzten verbliebenen Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof) und deren (Nicht-) Bewältigung durch die Akteure Industrieller Beziehungen. Schließlich sind auch die Industriellen Beziehungen selbst in den letzten Jahren und Jahrzehnten durch unterschiedliche Krisenphänomene gekennzeichnet. So befinden sich beispielsweise die bundesdeutschen Arbeitgeberverbände in einer veritablen Organisationskrise, den Gewerkschaften gelingt es – abgesehen von wenigen Ausnahmen – immer weniger, ihre Mitgliederbasis zu stabilisieren oder neue Bereiche, z.B. in der „Dritten Welt der Arbeitsbeziehungen“ (Schroeder), zu erschließen.


Folgende Fragekomplexe stellen sich in diesem Zusammenhang und sollen im Rahmen der Tagung thematisiert werden: Mit welchen Anforderungen sind die Akteure der Industriellen Beziehungen in der aktuellen Corona-Krise konfrontiert? Wie werden die Auswirkungen der Krise in Betrieben, innerhalb von Branchen oder entlang von Wertschöpfungsketten verarbeitet und verhandelt? Welche langfristigen oder auch dauerhaften Veränderungen von Teilsystemen oder -arenen der Industriellen Beziehungen lassen sich erkennen? Aber auch: Welche neuen Herausforderungen für die Interessenvertretung stellen sich im Kontext virtuellen Arbeitens? Wie werden Anforderungen des Gesundheitsschutzes umgesetzt, und welche (neuen) Linien von Kooperation und Konflikt lassen sich dabei erkennen?


Der GIRA-Vorstand bittet zu diesen Themen um Einreichungen aus sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher sowie aus arbeits- und sozialrechtlicher Perspektive. Die Beiträge können sich auf Veränderungen auf der Mikroebene (Arbeitsplatz), auf der Mesoebene (Betrieb, Tarif- und Branchenebene) oder auf die Makroebene der Arbeitsbeziehungen (Gesamtwirtschaft, staatliche sowie supranationale Regulierung) beziehen. Theoretische und empirische Arbeiten sind genauso erwünscht wie Beiträge zu (neuen) Methoden der Industrial Relations-Forschung. Gleiches gilt für international (vergleichend) angelegte Themenstellungen. Wie in jedem Jahr bildet das Schwerpunktthema jedoch nicht den alleinigen Fokus der Tagung. Auch zu anderen Fragestellungen der Arbeitsbeziehungen sind Einreichungen für einen freien Themenblock herzlich willkommen.
Die Vorschläge sollen aus einem Arbeitstitel und einem Abstract (in deutscher oder englischer Sprache) von maximal zwei Seiten bestehen. Der Abstract gibt Auskunft über die Fragestellung, die konzeptionelle(n) Grundlage(n) und die verwendeten Methoden. Ferner skizziert er in gebotener Kürze zentrale Befunde.


Die Abstracts müssen bis zum 04.05.2021 in elektronischer Form als PDF- oder Word-Datei bei der GIRA-Geschäftsstelle eingereicht werden (girasekretariat [at] gmail.com). Akzeptierte Abstracts sind bis zum 18.09.2021 als Full Papers (als PDF- oder Word-Datei) für die Tagung einzureichen.
Die Beiträge der Tagung sollen – wenn sie einen doppelt-blinden Begutachtungsprozess durchlaufen haben und eine positive Evaluation erfahren haben – in einem Schwerpunktheft der Zeitschrift ‚Industrielle Beziehungen – Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management‘ Ende 2022 erscheinen, das vom GIRA-Vorstand als Gastherausgeber betreut wird. Beiträge, die für das Schwerpunktheft berücksichtigt werden sollen, müssen bis zum 18.09.2021 in einer Manuskriptfassung für die Begutachtung vorliegen.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen auf der GIRA-Tagung!

Markus Hertwig, Sophie Rosenbohm, Carsten Wirth

(GIRA-Vorstand)